AC oder DC im Transporterdepot: Welche Ladeleistung wirtschaftlich passt

AC-Laden passt zu einem Transporterdepot, wenn die Fahrzeuge ihren benötigten Energiebezug innerhalb der vorhandenen Standzeiten zuverlässig erreichen. DC kann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn kurze Ladefenster sonst zusätzliche Fahrzeuge, öffentliche Ladestopps oder verschobene Touren verursachen. Entscheide deshalb nicht nach maximalen kW oder dem Stückpreis eines Ladegeräts. Vergleiche vollständige Varianten, die dieselben betrieblichen Anforderungen erfüllen.
Prüfe zuerst, ob beide Varianten technisch funktionieren
Erstelle für die vorgesehenen Transportermodelle eine Liste der tatsächlich unterstützten AC- und DC-Ladefunktionen. Maßgeblich sind konkrete Ausführung, Batterie und Ausstattung. Verlasse dich nicht auf eine pauschale Aussage zur Modellfamilie. Die maximal erreichbare Leistung kann zudem vom Ladezustand und den Betriebsbedingungen abhängen. Die offizielle NOW-Kurzanleitung zum Depotladen ordnet Ladeleistung in Energiebedarf und Standzeit ein; die nachfolgende Variantenrechnung ist eine eigene betriebliche Ableitung für Transporter.
Der bestehende Ratgeber zu AC, DC und HPC erklärt die technischen Begriffe. Für den Einkauf brauchst du anschließend eine fahrzeugbezogene Prüfung: Wie viele kWh können im relevanten Fenster realistisch übertragen werden?
Ein hypothetisches Fahrzeug benötigt am Ladepunkt noch 33 kWh. Bei konstant verfügbaren 11 kW wären dafür rechnerisch drei Stunden erforderlich. Stehen tatsächlich sieben Stunden zur Verfügung, kann AC ausreichend Spielraum bieten. Bei nur 45 Minuten wären rechnerisch mindestens 44 kW im Durchschnitt nötig. Eine 50-kW-Aufschrift allein beweist nicht, dass das konkrete Fahrzeug dieses Ziel erreicht.
Stelle drei vollständige Betriebskonzepte gegenüber
Vergleiche eine AC-Basis, eine überwiegend DC-basierte Lösung und gegebenenfalls ein gemischtes Konzept. Beim Mischmodell übernehmen viele Anschlüsse lange Ladefenster, während einzelne schnellere Ladepunkte bestimmte kurze Wendezeiten abdecken. Entscheidend ist, ob diese Punkte erreichbar und bei Bedarf frei sind.
Variante | Besonders zu prüfen | Möglicher betrieblicher Aufwand |
|---|---|---|
AC für alle Fahrzeuge | Reichen Fahrzeugleistung und Nachtfenster? | Längere Belegung, gegebenenfalls viele Anschlüsse |
Gemeinsame DC-Punkte | Reichen tatsächliche Leistung und Umschlag? | Rangieren, Reihenfolge und Engpassmanagement |
AC plus gezieltes DC | Welche Fahrzeuge brauchen die schnelle Ergänzung? | Koordination und unterschiedliche Ladeabläufe |
Ein einzelner DC-Punkt kann eine sinnvolle Ergänzung oder ein neuer Engpass sein. Wenn mehrere Transporter dasselbe kurze Fenster benötigen, müssen Warte- und Anschlusszeiten in die Planung. Eine hohe theoretische Tageskapazität ist keine Antwort auf einen gleichzeitigen Bedarf am Mittag.
Rechne alle Kosten auf derselben Grundlage
Fordere je Variante einen vollständigen Projektumfang an: Ladehardware, Planung, Elektroanlage, Netzanschluss, Tiefbau, Kommunikation, Lastmanagement, Inbetriebnahme und Schulung. Ergänze laufende Kosten für Betrieb, Wartung, Software, Messung und gegebenenfalls leistungsabhängige Entgelte. Vergleiche konsequent Netto- oder Bruttobeträge entsprechend der von Finance festgelegten Betrachtung.
Schreibe den Zeitraum der Wirtschaftlichkeitsrechnung dazu. Eine Betrachtung über fünf Jahre kann ein anderes Ergebnis liefern als eine über zehn Jahre. Berücksichtige Finanzierung und Restwerte nur mit nachvollziehbaren Annahmen. Eine einfache jährliche Verteilung der Investition ist noch keine vollständige Kapitalwertrechnung.
Auch Energieverluste sind variantenabhängig zu prüfen. Setze keinen pauschalen Effizienzvorsprung von AC oder DC an, ohne Daten zur tatsächlichen Ausführung und Nutzung. Ein gemessener Netzbezug enthält bestimmte Verluste bereits; sie dürfen nicht nochmals zusätzlich berechnet werden.
Ein hypothetischer Vergleich macht den Mehrwert prüfbar
Angenommen, ein Depot vergleicht eine AC-Basis mit ergänzendem öffentlichem Zwischenladen mit derselben AC-Basis und einer zusätzlichen DC-Ergänzung am Depot. Die Ergänzung verursacht hypothetisch 24.000 Euro netto zusätzliche Anfangsinvestition. Für eine einfache fünfjährige Vorprüfung werden daraus 4.800 Euro pro Jahr. Weitere angenommene Mehrkosten für Wartung, Software und Leistung betragen zusammen 1.200 Euro jährlich. Insgesamt muss die Ergänzung in dieser vereinfachten Rechnung 6.000 Euro jährlichen Nutzen rechtfertigen.
Es wird außerdem angenommen, dass sie zwei ungeplante externe Ladestopps pro Arbeitstag verhindert. Jeder Stopp würde 20 Minuten tatsächlich zusätzliche Arbeitszeit verursachen. Bei 220 Tagen und einem internen Zeitansatz von 30 Euro je Stunde ergeben sich 4.400 Euro kalkulatorischer Zeitwert pro Jahr. Dieser Wert allein deckt die angenommenen 6.000 Euro nicht.
Würden zusätzlich nachweislich 1.600 Euro sonstige jährliche Kosten vermieden, wäre die vereinfachte Summe ausgeglichen. Diese Beträge sind frei gewählte Rechenannahmen, keine Marktpreise oder StromNow-Einsparungen. Finanzierung, Steuern, Restwert und mögliche Unterschiede im Energiebezug wurden hier nicht berücksichtigt.
Behandle eingesparte Zeit nicht automatisch als Geldzufluss
Zeitgewinn kann betrieblich wertvoll sein, ohne dass sich die Personalkosten unmittelbar reduzieren. Eine Person bleibt möglicherweise im Dienst, kann aber zusätzliche Aufgaben übernehmen. Finance sollte deshalb zwischen tatsächlicher Ausgabenvermeidung und kalkulatorischer Kapazitätsverbesserung unterscheiden.
Zähle nur zusätzliche Ladezeit, die mit der betrachteten Variante entfällt. Eine ohnehin vorgesehene Pause ist nicht vollständig als verlorene Arbeitszeit anzusetzen. Ebenso wenig darf dieselbe vermiedene Tourverschiebung einmal als Zeitersparnis und nochmals als voller zusätzlicher Umsatz ohne Abzug der Kosten gerechnet werden.
Der vorhandene Artikel zum Senken von Flottenladekosten erklärt die Bedeutung von Umwegen und Zusatzzeit. Für die Investitionsentscheidung wird daraus ein sauber begrenzter Vergleich zwischen tatsächlich möglichen Betriebsvarianten.
Prüfe die Annahmen mit Sensitivitäten
Verändere gezielt die Größen, von denen die Entscheidung abhängt: Zahl kurzer Ladefenster, jährliche Betriebstage, notwendige zusätzliche Arbeitszeit und Netzausbaukosten. Rechne ein Szenario mit weniger Fahrzeugen als geplant und eines mit früherem Wachstum.
Besonders wichtig ist die Frage, ob der betriebliche Vorteil regelmäßig entsteht. Eine seltene Ausnahme rechtfertigt möglicherweise einen anderen Ersatzprozess als täglicher Zwischenladebedarf. Umgekehrt kann ein einzelner regelmäßig kritischer Transporter den Betrieb stärker bestimmen als mehrere Fahrzeuge mit langen Standzeiten.
Prüfe auch die Bindung an den Standort. Wenn ein Umzug wahrscheinlich ist, verändern nicht versetzbare Infrastruktur und erneute Anschlusskosten den Vergleich. Der gewünschte Ladeleistungswert sollte deshalb erst nach den technischen und wirtschaftlichen Szenarien feststehen.
Teste die relevanten Fahrzeuge vor der endgültigen Festlegung
Nutze einen Pilot mit realen Ankunftsladezuständen und vergleichbaren Bedingungen. Erfasse die geladene Energie über das tatsächlich verfügbare Fenster, Anschlusszeiten und notwendige Rangierbewegungen. Eine einzelne Ladung unter idealen Bedingungen reicht als Nachweis für das ganze Jahr nicht aus.
Bewerte daneben die Bedienung. Wenn mehrere Fahrzeugtypen unterschiedliche Abläufe benötigen, muss die Schichtleitung sie zuverlässig beherrschen. Ein technisch passendes Konzept kann organisatorisch scheitern, wenn Reihenfolge oder Zuständigkeiten unklar sind.
StromNow Logistics beschreibt die Auswahl von AC-, DC- und HPC-Optionen anhand realer Touren und Standzeiten. Für eine Wirtschaftlichkeitsprüfung deines Depotkonzepts solltest du Fahrzeugdaten, kurze Ladefenster, Anschlussinformationen und vorhandene Angebote mitbringen. Bitte um Varianten, die dasselbe Abfahrtsziel erfüllen, und entscheide anhand ihrer gesamten Kosten und betrieblichen Folgen.
Häufig gestellte Fragen
Wann reicht AC-Laden für ein Transporterdepot aus?
Wenn die konkreten Fahrzeuge ihren benötigten Energiebezug innerhalb der verfügbaren Ladefenster zuverlässig erreichen. Prüfe ihre tatsächlich unterstützte AC-Leistung, Standzeiten und gemeinsame Standortgrenze. Lange Nachtpausen können AC begünstigen; kurze Wendezeiten können eine andere Lösung erfordern. Entscheidend ist die übertragene Energie bis zur Abfahrt. Die NOW-Kurzanleitung zum Depotladen ordnet Leistung anhand von Fahrzeugbedarf und Standzeit ein; die konkrete Transporterauslegung bleibt projektspezifisch.
Garantiert ein 50-kW-DC-Lader, dass ein Transporter in 45 Minuten fertig ist?
Nein. Hypothetisch erfordern 33 kWh Bezug in 45 Minuten bereits durchschnittlich 44 kW am Ladepunkt. Eine Nennleistung von 50 kW belegt nicht, dass Fahrzeug, Ladekurve und Standortversorgung diesen Durchschnitt ermöglichen. Ziehe zudem Anschluss- und Rangierzeit ab. Prüfe das tatsächliche Fahrzeug mit passendem Ankunftsladezustand im Pilot. Der maximale Leistungswert allein ist keine belastbare Zusage für ein Abfahrtsziel.
Welche Kosten gehören in einen fairen AC-DC-Vergleich?
Vergleiche Varianten, die dieselben Touren und Abfahrten ermöglichen. Berücksichtige Hardware, Planung, Elektroanlage, Netzanschluss, Tiefbau, Kommunikation, Steuerung und Inbetriebnahme sowie laufende Wartungs- und Betriebsentgelte. Ergänze nötiges öffentliches Laden und zusätzlichen Arbeitsaufwand. Lege Zeitraum sowie Netto- oder Bruttobasis einheitlich fest. Prüfe Finanzierung, Restwerte und Energieverluste separat; eine jährliche Verteilung des Kaufpreises ist noch keine vollständige Investitionsrechnung.
Darf ich vermiedene öffentliche Ladestopps vollständig als Personalkosteneinsparung ansetzen?
Nur tatsächlich zusätzlich entfallender Aufwand gehört in den Vergleich. Eine ohnehin geplante Pause ist nicht vollständig verlorene Arbeitszeit. Außerdem kann gewonnene Zeit die verfügbare Arbeitskapazität verbessern, ohne die Gehaltsausgaben zu senken. Trenne deshalb kalkulatorischen Zeitwert und vermiedene Auszahlungen. Zähle denselben Vorteil nicht zugleich als volle Zeitersparnis und zusätzlichen Umsatz. Prüfe mit Finance, wie der Nutzen realisiert werden könnte.